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Jeramiel

Zeit der Wölfe


Was diesen, wenig tiefgründigen, Roman noch lesenwert macht, ist die eindringlich gute Darstellung der Zeit der Hexenverfolgung. Im Jahre 1583 soll die neue katholische Zeitrechnung, nach dem gregorianischen Kalender, beginnen, und das Leben der einfachen Menschen, dieser Epoche ist geprägt von Aberglauben und Angst. Sie werden gnadenlos unterdrückt, körperlich wie geistig, und sind Opfer und Täter zugleich. Ihre Unwissenheit über die Naturgesetzte, lassen sie in allem und jedem, was sie nicht verstehen und in ihrem begrenzten Denken nicht erklären können, das Werk des Teufels sehen. Die Kirche regiert mehr mit seiner Macht, als der Gottes. Jeder Abweichung im Verhalten, Aussehen und Denken der Mitmenschen, wird als etwas Böses angesehen, das Unheil und Verdammnis auf alle anderen zieht und sofort vernichtet werden muß. Passiert etwas schreckliches, ist auch sofort ein Sünder gefunden. Die nackte Angst, der Nächste zu sein, hält die Menge zusammen. Auch hier fehlen nicht die Bilder von Folterung und Hinrichtung, die jedoch auch seichte Gemüter leicht tragen können. Sie runden das Bild ab und geben der Geschichte ein Gefühl von Realität. was man von den Hauptcharakteren nicht immer behaupten kann. Der Autor hat seine Fantasie spielen lassen und mehrere interessante Persönlichkeiten geschaffen. Leider ist der Roman im Ganzen zu kurz, als daß er mit ihnen weiter in die Tiefe hätte gehen können. So wirken die Handlungsstränge, die so hoffnungsvoll beginnen, seltsam schnell aufgelöst oder verflechten sich mit anderen, die kaum weiter geführt werden. Dennoch ist es ein kurzweiliger Roman voller Überraschungen und sogar ein paar echten psophischen Gedanken. Die Geschichte erzählt um eine junge Kräuterfrau, die Zeugin eines Mordes wird. Fortan schwebt sie in großer Gefahr, lernt ihre große Liebe kennen und verliert ihre Freundin. Nur eine Flucht kann sie noch retten. Jedoch kehrt sie zum Ort des Schreckens zurück um ihre letzte Prüfung zu bestehen und wird dort bereits erwartet. Sie reift auf ihrem Weg und läßt uns teilhaben an der Wandlung des Geistes, der sich langsam aus der Umklammerung der alten Vorstellungen vom Aberglauben befreit und einem wachsenden Verstehen, von der Einheit aller Dinge und ihrem Zusammenspiel Platz macht.