Sohn der Sonne
Dieser historische Roman spielt in Ägypten. Er schildert aus der Sicht des, zuerst namenlosen Orakels und späteren Freund Echnatons, dessen Aufstieg und Fall. Echnaton war der erste König der sich den Priestern des Gottes Amun entgegenstellte. Diese waren Zeit seines Lebens seine größten Feinde. Sein neuer Gottesglaube revolutionierte alles bis dahin gewesene. Er lehrte, dass es nur einen Gott gab, den Sonnengott Aton. Sein Symbol war und ist die Sonnenscheibe. Bis dahin gab es in Ägypten viele Götter und nur den Priestern war es vorbehalten mit ihnen in Kontakt zu treten. Das Volk hatte allein die Aufgabe ihnen Gaben und Güter zu opfern. Diese Opfer wurden von den Priestern für ein, ihnen gut gestelltes Leben, genommen. Als diese Anbetungsform sich nun durch Echnaton und die Einführung seiner Lehren langsam aufzulösen schien, mussten sich die Priester etwas einfallen lassen, um ihre Macht zu erhalten. Vor den Augen des Staates verborgen schmiedeten sie ihre entsprechenden Pläne, die neue Religion des Aton zu vernichten. Die meisterhafte Verbindung von Historie und Roman lässt den Leser zu einemTeil dieser wunderbaren Kultur werden.
Einblicke in das Denken der Menschen verknüpfen sich immer wieder mit ihrer damaligen Lebensweise und Weltanschauung. Die Gesellschaftsformen am Hofe waren komplex, zum Beispiel unterlag es strengen Regeln, wer wen heiraten durfte oder musste, Regeln, an die auch der König sich halten musste.
Unerklärliches für das es damals noch kein Wort gab, wurde in eine unendlich vielschichtige Sprache aus Symbolen verbildlicht, die Hieroglyphen. Echnaton gab sich zusammen mit seiner Frau Nofretete, in völlig unbeirrbarer Überzeugung, seinem Glauben hin. Seine Sensitivität jedoch konnte ihn nicht schützen vor den niederen Machenschaften seiner Gegner. Im Gegenteil, er vergaß am Ende das Wohl seines Volkes im irdischen Dasein. Das Volk begann zu zweifeln und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Die kurze Zeit seines Wirkens hinterlies viele Jahrhunderte nicht einmal sichtbare Spuren, denn diese wurden nach seinem Fall alle weitgehend entfernt. Doch eine kleine Anzahl seiner Anhänger blieb immer bestehen. Mit seinem Denken legte er den Keim für die großen Weltreligionen, ein Keim, der tausende Jahre später unaufhaltsam aufblühte. Diejenigen die es all die Zeit bewahrten, das alte Wissen jener Tage, bemühen sich auch heute wie damals, es dem Menschen nahe zu bringen. Moyra Caldecott erzählt hier von dem Mann, der in der Sonne dem Symbol des Lichts, den Lebensspenden Quell allen Seins sah.
Wir wünschen lichterfüllte Stunden beim Lesen dieses wertvollen Stück Geschichte.