Übung ( Grundübung )
Wie es Tradition und Sitte in jedem Schulungssystem ist, wird demjenigen, der lernen will eine Grundübung in die Hand gegeben, die als Sprungbrett für alle weiteren Übungen dient.
Durch die Kraft unserer Konzentration haben wir die Möglichkeit, Einfluß auf die Arbeit und die Entwicklung unserer Körperzellen zu nehmen. Das, was wir psychische Kräfte nennen, wirkt in unseren Körpern durch die Drüsen, wobei hier der geistige Aspekt dieser Organe gemeint ist. Um die Drüsen so zu entwickeln, daß spirituelle Arbeit mit ihnen möglich ist, müssen wir uns auf sie konzentrieren, um sie so mit Kraft zu versorgen. Organe, die unserer Aufmerksamkeit unterliegen, entwickeln sich. Am besten läßt sich dies mit dem Wachstum von Muskeln verdeutlichen, die dann anwachsen, wenn sie regelmäßig kontraktiert werden. Wenn wir unsere spirituellen Muskeln entwickeln wollen, müssen wir mit ihnen arbeiten. Diese Entwicklung kann einmal durch die Arbeit selber entstehen. Wenn wir uns regelmäßig in den Zustand der Meditation begeben, fällt uns das meditieren mit der Zeit leichter und die Eindrücke, die entstehen werden klarer, was daran liegt, daß sich eben die Drüsen, die für Meditationseindrücke zuständig sind regelmäßig mit Kraft versorgt werden und so zum Wachstum animiert werden. Da wir in einer äußerlich hektischen und oberflächlichen Zeit leben, befinden sich die spirituellen Muskeln der meisten Menschen in einem unterenwickelten Zustand. Es ist zumeist so, daß sich der menschliche Körper bis zum fünften oder sechsten Lebensjahr ganzheitlich entwickelt; die Entwicklung danach jedoch, bedingt durch Erziehung und Umwelteinflüsse nur noch sehr einseitig gesteuert wird und die spirtuelle Seite verkümmert. Dennoch sind die Anlagen in jedem Körper vorhanden und können erweckt werden. Die 1. Übung hat einen dualen Effekt. Zum einen wird das Wachstum der Zellen gefördert, die uns bei geistigen Arbeiten helfen, zum anderen werden die übrigen Zellen harmonisiert und so Kraft freigesetzt, die uns anderweitig dienen kann. Es handelt sich also um eine ganzheitliche Übung, die für sich selber durchgeführt werden kann und sollte, andererseits aber als Vorbereitung für weitere Übungen dienen kann.
Wenn du eine Übung durchführst, in der festumrissene Anweisungen vorkommen, wie in der folgenden, so hat es sich stets als hilfreich erwiesen, sich zumindest am Anfang vorzustellen, daß der Text von einer Fremdperson vorgelesen wird. Dennoch sollten die Texte zumindest vom Wesen her auswendig gelernt werden, damit sie mit geschlossenen Augen gedanklich rezitiert werden können. Nichts stört eine spirituelle Arbeit am Anfang mehr, als den äußerlichen Verstand zu bemühen, was ja beim Lesen von Wörtern geschieht. Es handelt sich hierbei nicht um Zeremonien oder Rituale. Die Texte sind lediglich Beispiele, wie die Übungen funktioniert haben, was eine gewisse Wahrscheinlichkeit darstellt, daß sie auch bei dir funktionieren werden, mehr nicht. Wandele den Wortlaut ruhig so ab, daß er dir sympathisch ist, doch versuche, beim Wesentlichen zu bleiben. Die Dauer dieser Übung ist unterschiedlich, so lange, wie du eben benötigst, dich mit kosmischer Kraft anzufüllen. Als Orientierung können wir zehn Minuten angeben. Mache zwischen den Anweisungen einfach so lange Pause mit dem Text, wie du brauchst, um eben diese Anweisung auszuführen.
Setze dich bequem hin, schließe deine Augen und beobachte dein Inneres. Wenn du spürst, daß etwas den Strom der Kraft, der durch deinen Körper fließt behindert, dann korrigiere so lange deine Haltung, bis alles ganz frei fließt und durchlässig ist.
Konzentriere dich auf dich selber.
Bitte die Erzengel, dir aus dem kosmischen Raum mehr Kraft für jede Zelle deines Körpers zu geben.
Dann spüre, wie Kraft in dir aufsteigt.
Beginnend bei den Zehenspitzen werden deine Füße durchströmt von wärmender, wohltuender Kraft.
Die Kraft erreicht die Fußsohlen, die Fersen, das innere der Füße und steigt bis in die Knöchel.
Jede Zelle deiner Füße ist jetzt erfüllt von wärmender wohltuender Kraft.
Die Kraft steigt weiter, von den Knöcheln, bis in die Knie. Alles ist ruhig und warm. Du bist ungestört und sicher.
Von den Knien aus steigt die Kraft weiter durch die Oberschenkel und vereinigt sich in den Hüften zu einem Strom der wärmenden, wohltuenden Kraft.
Dieser Vereinigte Kraftstrom steigt durch den gesamten Rumpf. Jedes Organ, jeden Knochen und jede Zelle deines Rumpfes schließt du mit ein in diesen Strom der wärmenden, wohltuenden Kraft, so wie wenn du dich mit einer warmen Flüssigkeit anfüllst.
Wenn die Kraft deine Schultern erreicht hat, dann richte deine Aufmerksamkeit auf deine Hände.
Von den Fingerspitzen an steigt wärmende wohltuende Kraft durch die Finger, die Handflächen, das innere der Hände, die Handrücken und die Handgelenke.
Jede Zelle deiner Hände ist jetzt erfüllt von wärmender, wohltuender Kraft.
Die Kraft steigt weiter, durch die Unterarme, die Ellenbogen, weiter durch die Oberarme und vereinigt sich in den Schultern zu einem einzigen Strom der wärmdenden, wohltuenden Kraft.
Von den Schultern aus steigt die Kraft durch den Hals mit allen Organen, Knochen und Zellen weiter bis in den Kopf.
Die Kraft durchströmt die Zunge, die Kinnlade, die Lippen, die Gesichtshaut, die Nase.
Alle Höhlen und Nebenhöhlen werden erfüllt von dieser wärmenden, wohltuenden Kraft.
Die Kraft erfüllt die Ohren und die Augen, erreicht die Stirn.
Sie umarmt und durchdringt das Gehirn und harmonisiert deine Gedanken.
Dann steigt die Kraft weiter, bis in die Kopfhaut, bis in die Haarspitzen.
Jede Zelle, jeder Knochen und jedes Organ deines Körpers ist jetzt erfüllt von wärmender, wohltuender Kraft aus dem kosmischen Raum. Verweile einen Moment in diesem Strom der Kraft.
Entlasse die Kraft nun dorthin zurück, wo du sie hergenommen hast und bedanke dich bei den Erzengeln für Führung und Geleit.
Dann öffne die Augen und sei wieder ganz im Hier und im Jetzt.
Das Ende dieser Übung variiert freilich dann, wenn du sie als Vorübung für weiterreichende Arbeiten durchführst. In diesem Fall läßt du die Kraft in dir arbeiten, solange bis der Hauptteil deiner Arbeit beendet ist und führst dann, als letzten Schritt den Akt der Lösung durch. Dies hat den Nebeneffekt, daß alle anderen Dinge, die Du angerufen hast, aus dir verabschiedet werden und das Bewußtsein schneller wieder alltagstauglich wird. Alles hat seine Zeit und eine spirituelle Arbeit sollte sich so lange von allen übrigen Arbeiten abgrenzen, bis die nötige Stabilität vorhanden ist, ein rein spirituelles Leben zu führen, was in dieser Gesellschaft erfahrungsgemäß länger dauert, als in allen anderen Gesellschaftsformen. Die Grundübung, so wie sie beschrieben ist, deckt eine Menge Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten ab, die sich dir nach und nach erschließen werden. Wenn du sie richtig durchführst, kannst du deiner Entwicklung einen großen Fortschritt bescheren. Doch kommen wir vom Allgemeinen hin zum Speziellen, welches sich in den nachfolgenden Übungen offenbart.